Montag, 20. April 2009

Besuch aus Deutschland (Part 2): Identitätslos in USA

Nach der Landung in Buffalo (NY) gings gleich los, Auto mieten, auf zur Grenze zu Kanada und zum eigentlichen Ziel: Niagarafälle auf der kanadischen Seite. Leider ist es nie soweit gekommen; als wir in der Warteschlange auf der "Rainbow Bridge" stehen fällt mir auf, dass meine schwarze Bauchtasche mit jeglichen Papieren (Reisepass, Visum etc) nicht in meinem Rucksack ist. Und dieses Mal ist sie leider nicht nach 2-minütigem Suchen wieder aufgetaucht, wie es mir mit allen anderen Sachen 3 mal am Tag passiert.

Am Zurücksetzen (um kurz zu parken um im Koffer zu gucken) wurden wir vehement von einem heranstürmenden Grenzpolizisten gehindert; dieser meinte wir müsste auf jeden erstmal an den Grenzleuten vorbei und denen erklären, was los ist. Gut, die (kanadischen ?) Grenzleute haben uns dann in ein Büro geschickt, in dem mir nach 15-minütigem Warten ein Zettel ausgehändigt wurde, der besagte, dass ich meinen Pass verloren hab. Zurück damit zu den amerikanischen Grenzwächtern, die allerdings gar nicht daran dachten uns damit einfach durchzulassen.. Da wurde erstmal der Autoschlüssel abgezogen, ich aus dem Auto in einen weiteren Warteraum geführt und da erstmal sitzen gelassen.

Nach gefühlten 2 Stunden wurd ich dann reingerufen und hatte dann zumindest einen recht menschlich wirkenden Beamten vor mir sitzen... Fingerabdrücke genommen und schon sah er alle meine Dokumente vor sich auf dem Bildschirm. Ein Hoch auf den Fingerabdruck, wobei man sich an dieser Stelle fragt, warum dann so ein Theater gemacht wird. Aber das sollte man hier besser nicht fragen. Am Ende meinte der Beamte dann noch, ich hätte Glück, dass ich nicht aus dem Iran oder sonstwoher kommen würde.. Ansonsten hätte es weitaus mehr Schwierigkeiten gegeben.

Endlich aus dem Niemandsland entlassen gings dann wieder zurück zum Flughafen, denn meine Tasche war ja immer noch nicht aufgetaucht. Trotz Befragung sämtlicher Flughafenmenschen keine Spur vor der Tasche. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir auch noch ziemlich sicher, dass ich die Tasche auf dem Klo im Sicherheitsbereich liegen gelassen hätte, aber dahin kamen wir ja nicht zurück.. Und das einer der tausend Security-Menschen ihre wichtige Beschäftigung (des Herumstehens und einschüchternd Gucken) für einen Gang zum besagten Klos unterbrechen würden, daran war nicht zu denken.

Unverrichteter Dinge gings dann auf die Suche nach einer Unterkunft für die Nacht. Somit fing unsere Motel-Woche an. Nach weiteren unzähligen Telefonaten wollten wir dann am nächsten Morgen zu den Niagara-Fällen auf der amerikanischen Seite; moep, das Auto springt nicht an :-D. Das Licht war über Nacht angeblieben.. Aber wir sind ja im freundlichen Amiland, und so kamen uns 2 Männer zu Hilfe, die in ihrem Truck (alles sehr typisch :-D) natürlich das Kabel zum Batterie aufladen hatten..

An den Fällen wars dann echt schön, super Wetter und (fast) so beeindruckend wie von kanadischer Seite :-P:



Zurück im Auto kam dann der Anruf: Ein Pilot (Dave zufolge war es nicht der Pilot, der uns geflogen hat), hatte meine Tasche gefunden und hatte bei uns zu Hause angerufen. Er hätte sie nicht den Security-Menschen geben wollen, weil die vermutlich nur das Geld rausgenommen hätten und das Ding dann irgendwo vergammeln lassen hätten. Aha. Good to know. Jedenfalls wollte er sie zu uns nach Hause schicken. :-).
Eigentlich war alles noch komplizierter, AupairCare war auch involviert, ich steig bis heute nicht ganz durch. Naja, meine Tasche war auf jeden Fall "in sicheren Händen". Glück gehabt.

Gut, nach Kanada konnten wir trotzdem nicht. Der Alternativplan (Notlösung, was auch immer ;-) war die Tour durch das amerikanische Kleinstadtleben des mittleren Westens. Doch wer glaub, das wäre langweilig gewesen, der täuscht sich gewaltig.. Ich bin kaum zum Lesen gekommen! ;-)

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Oh nein, das tut mir so leid, dass du deinen Pass und dein Visum verloren hast (aber zum Glueck ist es wieder aufgetaucht!) Wann genau ward ihr denn an den Faellen?

Lg Jasmin

Garfield hat gesagt…

Odyssee die Dritte - "Action":
Meine Güte, du bist mir ja ne Chaotenkönigin!
Aber die Aussage des Piloten, dass sich das Sicherheitspersonal diverse Fundsachen einsteckt, ist erschreckend.

smooth operator hat gesagt…

Ihr seid süß, wie ihr da so zu dritt auf der Bank sitzt :-).
Fast wie an Borni's Küste.